Das Projekt: Informationsinfrastruktur als Lernprozess

Neue Informationssysteme können die Kommunikation der Akteure im Gesundheitswesen verbessern. Dies funktioniert aber nur, insoweit die Akteure diese Neuerungen auch nutzen und in ihren Alltag integrieren. Im Projekt Informationsinfrastruktur als Lernprozess schauen wir uns daher den Alltag bestimmter Akteure des Gesundheitswesens an und beschäftigen uns mit der Frage, ob und wie ein Informationsaustausch mit anderen Akteruen erfolgt. Dabei geht es insbesondere um Informationen über die Medikamente, die Menschen mit Demenz einnehmen sollen, da diese Personen auf die Unterstützung anderer Akteure angewiesen sind. Die entsprechenden Akteure sind Ärzte/Ärztinnen, Apotheker/Apothekerinnen, Pfleger/Pflegerinnen, Angehörige und Betreuer/Betreuerinnen.

Das Ziel besteht darin, einen sicheren Umgang mit Medikamenten zu fördern, um so die Patientensicherheit zu erhöhen.

Zurück zum Kompass

Learning Community Heinsberg

Wir sind ein Zusammenschluss von lokalen Ärzten, Apothekern, Fachleuten des Gesundheitswesens und Forschern. Unser Ziel ist die organisations- und professionsübergreifende Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Lernatmosphäre zu fördern, um die Qualität der Versorgung im Gesundheitswesen und hier insbesondere die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern.

Die Learning Community Heinsberg hat auch schon in der Vergangenheit ähnliche Projekte begleitet. Dabei ist aus einem früheren Projekt beispielsweise der Medikationspass für die Region Heinsberg entstanden.

Zu den ->Mitgliedern<- der Learning Community Heinsberg

Zurück zum Kompass

Arzneimitteltherapiesicherheit

Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) beschäftigt sich mit der sicheren Einnahme von Medikamenten unter Vermeidung von unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen. Dabei gilt: je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden sollen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen. Besonders relevant wird das Thema bei Personen, die beispielsweise aufgrund einer Demenzerkrankung auf die Hilfe anderer Personen angewiesen sind. In solchen Fällen sind an der Verschreibung und Verabreichung von Medikamenten oft viele verschiedene Personen beteiligt: Ärzte, Apotheker, professionelle Pflegekräfte, versorgende Angehörige und andere informelle Betreuer.

Für alle am Versorgungsprozess Beteiligten ist es wichtig zu wissen, welche Medikamente die Personen einnehmen, in welcher Dosierung, zu welchem Zeitpunkt und aus welchem Grund. Dabei sind nicht nur die ärztlich verschriebenen Medikamente von Bedeutung, sondern auch jene, die rezeptfrei erworben werden können. Beispielsweise erhöht sich die Gefahr einer Blutung bei Marcumar-Patienten, wenn sie zusätzlich ein weiteres, blutverdünnendes Medikament zu sich nehmen (wie beispielsweise Aspirin).

Zurück zum Kompass

Bundeseinheitlicher Medikationsplan

Seit Oktober 2016 haben Patienten/-innen, die mindestens drei ärztlich verordnete Medikamente einnehmen, einen Anspruch auf einen sogenannten bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP). Die Idee besteht darin, eine möglichst vollständige Übersicht der Medikation eines Patienten zu bieten, um so Risiken durch Wechselwirkungen zu verringern. Die unten aufgeführte Abbildung zeigt ein Beispiel eines BMP.

In unserem Projekt stellen wir uns nun die folgenden Fragen:

• Wie hilft der BMP, die Akteure besser zu vernetzen?

• Kann durch eine bessere Vernetzung mithilfe des BMP eine Erhöhung der Arzneimitteltherapie erreicht werden?

• Welche rechtlichen, sozialen und ethischen Probleme treten dabei auf und wie können wir diese beheben?

Zur Vernetzung bietet der BMP einen 2D-Barcode, der ein einfaches elektronisches Verarbeiten ermöglicht (siehe Abbildung, obere rechte Ecke). Beispielsweise könnten Angehörige den 2D-Barcode mit einem Smartphone einscannen, um ihn dann selbst zu aktualisieren. In einem anderen Projekt haben wir dazu eine Medikationsplan-App[1] entwickelt. Der damit aktualisierte Medikationsplan kann dann wieder ausgedruckt oder als neuer 2D-Barcode angezeigt werden. Die App ist bisher nur für den Einsatz durch Patienten konzipiert. Nun soll sie auch für den Einsatz durch weitere Akteure wie Angehörige, Ärzte, Apotheker und Pfleger erweitert werden.

 


[1] http://www.meinmedikationsplan.de/

Zurück zum Kompass